Blickwinkel: Soll das deutsche Schulsystem reformiert werden?

Blickwinkel: Soll das deutsche Schulsystem reformiert werden?

Immer wieder werden Stimmen laut, unser Bildungssystem in Deutschland sei wirklich reformbedürftig – nicht zuletzt merklich während der Coronakrise.
Da wurde uns Deutschen mit einem Schlag bewusst, dass wir in unseren Schulen die Digitalisierung komplett verpennt haben.
Was blieb, war der neidische Blick nach Finnland und andere europäische Länder, die in der Hinsicht eindeutig die Nase vorn haben.
Unser Schulsystem ist altbacken und nicht zeitgemäß.
Wenn wir ehrlich sind, ist es in erster Linie Ziel, zur elitären Schicht zu gehören und so werden vermehrt Kinder auf höhere Schulen geschickt, auf denen sie im Grunde nicht wirklich den Unterrichtsstoff schaffen.

Selbst bei einem Notendurchschnitt von 2 in der Grundschule und der Berechtigung, auf das Gymnasium zu gehen, kommt oft der Leistungsabsturz in der achten Klasse. 

Und dann geht nichts mehr ohne private Nachhilfe – dauerhaft, nicht ausnahmsweise.
Die Schulen für die breite Mittelschicht – nicht weniger schlaue und tüchtige Menschen- sind oft verpönt, Schüler/innen von Realschulen werden von angehenden Gymnasisten verlacht und verhöhnt, Hauptschüler wiederum von Realschülern und von dem Ruf der Förderschulen müssen wir gar nicht erst reden.
Dem liegt ein ganz konservatives Leistungssystem zugrunde, dass sowohl von Eltern, als auch Lehrern und schlussendlich Politikern mitgetragen wird, für gut befunden wird und in Deutschland von klein auf in die private und öffentliche Erziehung noch immer flächendeckend mit einfließt.
Demzufolge werden Deutschlands Kinder genau dieses Wertesystem immer wieder von der Elterngeneration übernehmen und spätestens nach der Grundschulzeit innerlich eine soziale Selektierung vollziehen, was ihre Einstellung zu anderen Kindern betrifft.
Somit ist es absolut sinnfrei, über eine Reform des Schulsystems nachzudenken, solange es keine Reform Richtung Bildungschancen für alle Kinder in unseren Köpfen gibt und es nicht mehr (nur) nach dem Prinzip “Der Beste gewinnt” geht, sondern um Aneignung von Wissen – denn das ist in Wirklichkeit Bildung.
Zusammenhänge verstehen, selbstständig Lösungen finden, kombinieren – so definiert sich ja im Endeffekt auch Intelligenz – ist vielfach reines Anwenden, also praxisbezogen, und nicht nur trockene Theorie.
Das ‘Wie’, wenn es um Vermittlung von Wissen(schaft) geht, spielt eine sehr große Rolle dabei, was Schüler/innen wirklich mit Interesse und Neugier aufnehmen und umsetzen (sprich “lernen”)
Das netteste Argument zu dem Thema, warum alles so bleiben soll, wie es jetzt läuft, ist, “dass unser gesamtes System nun einmal so funktioniert” und was soll ich sagen, in gewisser Weise gibt es da sicher Zusammenhänge.

Somit ist die Reform der Schule in Deutschland an und für sich ein gesellschaftspolitisches Thema, und in gut 30 Jahren wird das Schulsystem immer noch nach den Grundlagen der Kaiserzeit aufgebaut sein, weil wir Deutschen das so lieben und uns bequem darin eingerichtet haben.

Damit verbauen wir uns als Land selbst den Weg in Richtung Innovation.

Welche Erfahrungen habt ihr mit dem deutschen Bildungssystem gemacht? Seid ihr zufrieden oder wollt ihr Verbesserungen? Seid ihr Eltern, Schüler oder Lehrer? Schreibt mir eure Meinung in die Kommentare oder schickt mir eine E-Mail. Ich freue mich auf eure Reaktionen!

Eure

Schubert Text & Medien

 

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